Freitag, 15. September 2017

Hermann und Herminchen finden eine neue Heimat





Es ist wieder mal soweit. 
Reizworttag!  
Und meine Freude am Schreiben ist wieder zurück gekommen und das habe ich vor allem meiner lieben Freundin Regina zu verdanken. Danke!


Folgende Reizwörter waren in der Geschichte unterzubringen:
Herbstzeitlose - Krabbenkutter - zählen - wälzen - ernsthaft.






Hermann und Herminchen finden eine neue Heimat



Zwei Mädchen radeln fröhlich singend den breiten Feldweg entlang am Ufer des breiten Flusses, auf dem ein alter Krabbenkutter langsam tuckert.
Der Kapitän ruft ihnen einen Gruß hinüber und die Mädchen winken lachend.
Sie benutzten den letzten schönen Septembertag, um mit dem Rad von der Stadt zu ihren Großeltern zu fahren.
Vorbei an einer Wiese, auf der in verschwenderischer Pracht sich lila Herbstzeitlosen ausbreiten, biegen sie nun in die Dorfstraße ein.
Ein Stück führt sie der Weg noch durch den Wald und dann haben sie das freundliche kleine Haus von Oma und Opa erreicht.
Oma Schinkel tritt vor die Tür und begrüßt sie überrascht.
Oma wir durften mit dem Rad zu euch fahren und Papa holt uns nach den Herbstferien ab. Wir müssen nur Mama anrufen und ihr sagen, dass wir gut angekommen sind. Du weißt ja sie sorgt sich immer.“ ruft Susanne.
Na , dann bringt mal die Räder in den Schuppen, ihr könnt auch Hermann und Herminchen gleich
begrüßen. Ich will mal eurer Mutter Bescheid sagen.“
Die Mädchen schieben die Räder in den Schuppen, dann klopfen sie an die Tür der Trolle.
Hermann öffnet und strahlt, als er die beiden Langhaare erkennt.
Er bittet sie herein und die Mädchen erzählen, dass sie eine ganze Woche hier bleiben würden und dann viel mit den Trollen unternehmen wollen.
Renate fällt auf, dass Herminchen sich kaum am Gespräch beteiligt und nur traurig aus dem Fenster schaut.
Was ist denn mit Herminchen los,“ fragt sie leise Hermann. Dieser runzelt ärgerlich die Stirn.
Sie will ausziehen!“
Ja, seht euch doch um, seit mein Bett hier ist, hat man kaum noch Platz und ich will nicht, dass Hermann sich wegen mir so einschränken muss. Ich suche mir im Wald einen Baum.“
Die Mädchen sehen sich um, es ist tatsächlich ziemlich eng, beide Betten füllen fast das ganze Zimmer.
Wisst ihr was, wir werden mit Opa darüber sprechen.“
Hermann strahlt, der Mann ohne Haare würde bestimmt einen Ausweg finden.
Die Mädchen laufen ins Haus, wo Oma schon mit Kakao und Zwetschgenkuchen wartet.
Doch immer wieder sehen sie ungeduldig zur Tür.
Wann kommt denn Opa endlich.“ wollen sie wissen.
Das weiß ich nicht, er hat einen Brief vom Amtsgericht bekommen und musste in die Stadt.“
Endlich öffnet sich die Tür und der Opa betritt mit vergnügtem Gesicht die Küche.
Jubelnd hängen sich die Mädchen an seinen Hals.
Opa, Opa wir müssen etwas ganz wichtiges mit dir besprechen.“
Nur langsam Deerns, bringt mich nicht um, ich habe auch etwas tolles zu berichten, aber nun lasst mich erst mal einen Kaffee trinken und Omas leckeren Zwetschgenkuchen versuchen.“
Etwas ungeduldig warten die Mädchen, doch kaum hat Opa die Kuchengabel abgelegt, sprudeln sie schon mit ihrer Neuigkeit heraus.
Soso die Trolle haben es ein bisschen eng, habe ich mir schon gedacht und mir so meine Gedanken gemacht und bevor wir nun Probleme wälzen, lasst mich erst mal erzählen, warum ich im Amtsgericht war.“
Vergnügt sieht er in die erwartungsvollen Gesichter.
Ich habe geerbt!“
Was, du verkohlst uns!“ rufen die Mädchen.
Doch Opa macht nun ein ganz ernsthaftes Gesicht und sieht hinüber zu Oma, die etwas blass aussieht.
Lasst euch berichten. Ein Vetter von mir ist nach dem Krieg nach Amerika ausgewandert. Er hatte hier in der Nähe einen kleinen Bauernhof. Das Gebäude war zerstört, die Felder verwüstet und die Tiere gestohlen. Also verkaufte er das Land und buchte sich damit eine Reise nach Übersee, um dort sein Glück zu versuchen. Das einzige was er behielt waren ein paar Hektar Wald und er bat mich ab und zu danach zu sehen. Wir blieben noch eine Zeitlang in Verbindung, dann hörte ich nichts mehr von ihm.“
Juchhuu und jetzt ist er Millionär und hat dir alles vermacht!“ jubelt Susanne, mit der mal wieder die Fantasie durchgeht.
Nein, meine Kleine,“ lächelt der Großvater, „ Franz blieb sein Leben lang ein armer Mann. Er arbeitete auf einer Ranch bis zu seinem Tod.“
Susanne zieht eine enttäuschte Schnute.
Was hat er dir dann vermacht. Seinen Sattel und Cowboyhut?“
Renate und die Oma tauschen einen strahlenden Blick, sie wissen, was jetzt kommt.
Und schon sagt Opa Schinkel.
Er hat mir das Stück Wald vermacht, das wir jetzt gerade gut gebrauchen können.“
Susanne starrt ihn mit offenen Mund an.“Warum?“
Oma und Renate lachen und auch der Opa schmunzelt.
Mei Deern, errätst du es nicht. Weil Hermann und Herminchen eine neue Heimat haben, aus der sie niemand vertreiben kann.“
Au verflixt, das stimmt. Wollen wir gleich in den Wald gehen?“
Nein, dazu ist es zu spät, es wird bald dunkel und auch den Trollen werden wir nichts davon sagen. Morgen nach dem Frühstück werden wir alle gemeinsam gehen,“ bestimmt der Opa.
Am nächsten Morgen machen sich die Fünf auf den Weg, nur die Oma bleibt zu Hause, weil ihr der Weg zu beschwerlich ist. Aber Opa verspricht ihr, sie mit dem Auto einmal hinzufahren.
Die beiden Trolle sind vollkommen ahnungslos und Susanne presst fest die Lippen zusammen um sich
nicht zu verraten.
Staunend sehen sie sich im Wald um, schön ist es hier, die Büsche sind ein wenig dicht zusammen gewachsen, aber das ist doch gut.
Wie staunen Hermann und Herminchen, als ihnen der Mann ohne Haare erklärt, dass dies ihre neue Heimat ist und da der Wald ihm gehört, sie niemand daraus vertreiben kann und auch keine Bäume gefällt werden. Sie können sich nun jeden Baum aussuchen, der ihnen gefällt und unter dem sie wohnen wollen.
Bewegungslos stehen die Trolle da, doch dann lachen sie plötzlich los, fassen sich an den Händen und laufen durch den Wald.
Lächelnd sehen sich der Opa und die Mädchen an.
Bald kann der Umzug beginnen.

(Lore Platz)

Fortsetzung folgt





Samstag, 9. September 2017

Ich mache mir manchmal Gedanken





über die seltsamsten Dinge. Diesmal ist es ein Wort aus der deutschen Sprache, das eine gegensätzlich Bedeutung im Laufe der Jahre bekam.
Sicher ist euch bekannt was eine Domina ist, hat keinen guten Klang dieses Wort.
Ich lese gerne historische Romane. Diesmal spielt die Geschichte Anfang  des 19.Jhderts kurz vor Ausbruch des ersten Weltkriegs.
Während ich voll Spannung der Handlung folgte stolperte ich über das Wort Domina.
Was hatte Domina in dieser Sittenstrengen Zeit verloren?
Ein paar Seiten später wusste ich es.
Früher gab es für unverheiratete meist adelige ältere Fräuleins ein Stift, in dem sie unterkamen.
Und die Stiftleiterin hatte den Titel Domina.
So ändert sich unsere Sprache aus einem ehrbaren Beruf wurde ein weniger ehrbarer.
Ich wünsche euch augenzwinkernd ein schönes Wochende.
 

Donnerstag, 7. September 2017

Er ist da




Unser neuer Blog. 

Regina und ich haben ein Experiment gestartet und zusammen eine Geschichte geschrieben.
Jeweils ein Zeile musste jeder schreiben und wir wussten nicht was aus der Geschichte wird und unsere erste Geschichte wurde ein kleiner Krimi.
Es hat sehr viel Spaß gemacht, vor allem weil sich die Geschichte erst im Laufe der Zeit entwickelte und für beide eine Überraschung war.
Nun wollen wir auch euch teilhaben lassen und haben einen gemeinsamen Blog geschaffen:
Zwei Autoren - Eine Geschichte.

Blog 
https://autorenteam.blogspot.de/2017/09/jugendsunden.html
 
 Wir würden uns freuen, wenn ihr mal vorbeischaut und wünschen viel Spaß beim Lesen!

Freitag, 1. September 2017

Die böse Stiefmutter

Es ist wieder soweit und ich habe diesmal tatsächlich eine Geschichte für Euch.
Viel Spaß beim Lesen!


 
Junggesellenabschied - Wasserbett - toben - helfen - bedenklich






Die böse Stiefmutter


Jutta blättert in dem Katalog und ruft begeistert:
Sieh mal Angie, dieses Wasserbett ist doch toll wäre das nichts für euch!“
Ihre Schwester verzieht das Gesicht und fragt dann misstrauisch, „Sag mal was habt ihr eigentlich für meinen Junggesellenabend geplant, doch nicht einen …?“
Nein, nein, wird alles ganz brav wie es sich für meine ach so liebe brave Schwester schickt, die einen Witwer mit Kind heiratet.“ kichert Jutta.
Doch dann wird sie ernst als sie den Schatten auf dem Gesicht ihrer Schwester bemerkt,
Ach Jutta, ich habe so eine Angst,“ flüstert Angelika.
Aber warum, Harald liebt dich.“
Cilli aber mag mich nicht!“
Wie kann sie dich nicht mögen!“ ruft Jutta empört,
du kannst es doch so gut mit Kindern, meine zwei lieben dich. Manchmal könnte ich richtig eifersüchtig werden, wenn es den ganzen Tag heißt,Tante Angie,
hier, Tante Angie.“
Diese lässt den Kopf sinken.
Ich komme einfach nicht ran an das Mädchen. Sie sieht mich nur immer an und es kommt mir vor, als hätte sie Angst vor mir.“
Die Tür öffnet sich und zwei Kinder stürmen herein und werfen sich ihrer geliebten Tante in die Arme.
Liebevoll betrachtet Angie ihren zehnjährigen Neffen Michael und die achtjährige Silvia.
Wenn doch ihre Stieftochter auch so unkompliziert wäre.

Nach einer kleinen Hochzeitsreise in Italien brachte Harald seine junge Frau in sein schönes Haus und zusammen richteten sie für Cilly ein hübsches Zimmer ein und an seinem letzten Urlaubstag holten sie gemeinsam die Tochter bei ihrer Oma ab.
War das ein herzzerreißender Abschied. Schluchzend klammerte sich das kleine Mädchen an die Oma, bis ihr Vater ein Machtwort sprach.
Beim Abschied bat er die alte Frau leise, die Enkelin vorerst nicht zu besuchen, bis sich eingewöhnt hätte.
Den hasserfüllten Blick, den ihr diese daraufhin zuwarf, verursachte Angie eine Gänsehaut.
Cilly aber war brav, ruhig und sprach kaum ein Wort, soviel Mühe sie sich auch gab. Nur wenn ihre Mutter ihr mit dem Kamm die Haare kämen wollte, dann begann sie panisch zu schreien und schütze mit beiden Händen ihren Kopf.
Schließlich übernahm Harald das Kämmen seiner
Tochter, brachte sie dann in den Kindergarten, bevor er anschließend in sein Büro weiterfuhr.
So vergingen die Tage und Angelika wurde immer
verzagter. Tröstend nahm Ihr Mann sie dann in die
Arme.
Lass ihr Zeit zum eingewöhnen, sie wohnte schließlich seit dem Tod ihrer Mutter fast zwei Jahre bei der Oma.“
Angie schmiegte sich dann an ihren Mann, aber das Herz war ihr doch schwer.
Sie sprach mit ihrer Schwester Jutta darüber ,in der Hoffnung, dass diese ihr helfen konnte.
Jutta hatte tatsächlich eine Idee.
Es waren doch bald Ferien und sie sollte Michael und Silvia doch einladen, die würden sich sicher freuen und wenn sie in dem großen Garten zelten durften würden sie gar nicht weggehen wollen.
Jutta kicherte und meinte: „Außerdem kannst du deiner Schwester einen großen Gefallen tun, denn auch ich brauche mal ein wenig Ruhe.“
Natürlich freuten sich die Kinder und gleich wurde ein großes Zelt im Garten aufgebaut.
Cilly war am Anfang noch schüchtern, doch bald schloss sie sich den Kindern an, besonders Michael hatte es ihr angetan und sie folgte ihm auf Schritt und Tritt.

Angelika kommt gerade vom Wochenmarkt und als sie das fröhliche Toben im Garten hört, lächelt sie glücklich. Cilly war wirklich aufgetaut, auch wenn sie ihr gegenüber noch immer scheu war.

Die drei kommen auf sie zugelaufen und Michael, der ständig Hunger hat, späht in den Korb.
Angelika lacht und wählt einen besonders schönen Apfel aus und reicht ihn dem Jungen.
Cilly schreit gellend auf und schlägt ihm den Apfel aus der Hand.
Du darfst ihn nicht essen, der ist vergiftet!“
Dann läuft sie weinend davon.
Erschrocken sehen die anderen ihr nach.
Michael aber wendete sich an die Tante.
Bitte Tante Angie, geh mit Silvia ins Haus, ich kümmere mich um Cilly.“
Niedergeschlagen nickt diese , denn sie weiß, sie kann die Dinge unbedenklich in des Jungen Hand legen. Zu Michael hat die Kleine am meisten vertrauen.
Dieser findet Cilly im Zelt. Sie kauert in der Ecke, die
Arme um sich geschlungen und zittert am ganzen Körper.
Still setzt der Junge sich neben sie.
Das kleine Mädchen hebt das verweinte Gesicht und betrachtet ihn ängstlich, dann atmet sie erleichtert auf.
Dir ist nichts passiert!“
Warum glaubst du, dass der Apfel vergiftet ist?“
Weil deine Tante eine böse Stiefmutter ist und Äpfel und Kämme vergiftet.“
Wie kommst du auf diese dumme Idee?“
Das steht in dem Märchen, das mir Oma immer vorliest.“
Das Märchen von Schneewittchen?“
Ja, so heißt es!“
Aber es ist doch nur eine Geschichte, die mit dem wirklichen Leben gar nichts zu tun hat.“
Doch, denn Oma sagt auch alle Stiefmütter sind böse, denn sie wollen die Kinder los werden, damit sie den Papa ganz für sich ganz allein haben.“
Michael runzelt die Stirn.
Silvia und ich haben unsere Tante sehr lieb, glaubst du wir würden sie lieb haben, wenn sie ein böser Mensch wäre?“
Cilly denkt lange nach, dann hebt sie zögernd den Kopf.
Du meinst sie ist keine böse Stiefmutter.“
Ganz bestimmt nicht und als dein Vater ihr erzählt hat, dass er ein kleines Mädchen hat, da hat sie sich so gefreut, denn sie liebt Kinder sehr. Du weißt, dass ich dich nicht anlüge. Komm mit und hab Vertrauen.
Tante Angie tut es sehr weh, dass du so abweisend bist.“
Er zieht sie hoch und gemeinsam laufen sie ins Haus.
Als Cilly später ihm Bett liegt, erzählt der Junge ihnen was er erfahren hat und Harald geht noch am selben Abend zu seiner Schwiegermutter und stellt sie zur Rede. Dann verbietet er ihr die Kleine gegen die neue Mutter aufzuhetzen, sonst würde er ihr den Umgang gänzlich einstellen.
Das will die alte Frau nicht und sie reißt sich in Zukunft zusammen.

Und Cilly, als wäre eine schwere Last von ihr gefallen, wurde immer zutraulicher.
Und der schönste Tag für Angelika war, als ihr das Mädchen eines Tages um den Hals fiel und 'Mama' sagte.

(Lore Platz)








Mittwoch, 23. August 2017

Nur ein wenig plaudern

Heute möchte ich euch eine Schildkröte vorstellen sie lebt in Kuba im Zoo und darf dort frei herum laufen. 
Eines meiner ehemaligen Tageskinder war in Kube zu einer Hochzeit eingeladen und während ihres Aufenthaltes in diesem Land, besuchte sich auch einen Zoo und als sie dann so durch das Gehege spazierte, wurde sie von der Schildkröte, die wohl einen Narren an ihr gefressen hatte, verfolgt.

Darf ich vorstellen
 
 

Dienstag, 15. August 2017

Keine Reizwortgeschichte






Da die letzen zwei Wochen meine Tochter bei mir war, kam ich nicht zum schreiben.
Seit gestern ist sie nun wieder in Berlin, denn ihr Urlaub ist vorbei und der Alltag hat sie wieder.
Gerade weil wir uns so selten sehen können, genießen wir unser Beisammensein ganz besonders.

Aber bestimmt haben meine lieben Mitschreiberinnen zu den Wörtern

Kartoffelsalat – Treppenstufe – verschwinden – öde – glühend

schöne Geschichten, wie ihr sie gewohnt seid, geschrieben.

Viel Spaß beim Lesen bei



Da heute bei uns Feiertag ist, bekomme ich gleich lieben Besuch.
Wünsche euch einen schönen Tag